Städte werden heißer – Planungswerkzeuge müssen intelligenter werden
Sommerliche Hitzeperioden treten häufiger auf und dauern länger an. Besonders Innenstädte sind vom sogenannten Hitzeinseleffekt betroffen: Gebäude und versiegelte Flächen speichern Wärme und erhöhen die Belastung für Menschen und Infrastruktur.
CoolingMap ergänzt Wärmeplanungen um eine bislang oft fehlende Perspektive: die gebäudescharfe Analyse zukünftiger Kältebedarfe.
CoolingMap verbindet Geodaten, künstliche Intelligenz und urbane Energiesimulationen, um heutige und zukünftige Kühlbedarfe sichtbar zu machen.
Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Kältekatasters, das Gebäude, Quartiere und Städte differenziert analysieren und unterschiedliche Zukunftsszenarien abbilden kann.
Für wen ist CoolingMap?
Kommunen
Kommunale
Wärme- und Kälteplanung
Stadtplanung
Szenarien für Klimaanpassungs-maßnahmen
Bürger:innen
Informationen zum
eigenen Quartier
Energieversorger
Analyse zukünftiger Stromlasten und Kältebedarfe
Forschung
Grundlage für Analysen
und Studien
Wirtschaft
Neue Anwendungen und Geschäftsmodelle
Drei Städte – unterschiedliche Klimaräume
CoolingMap untersucht exemplarisch drei Städte mit unterschiedlichen klimatischen, räumlichen und strukturellen Voraussetzungen. Dadurch entstehen belastbare Methoden, die später auf weitere Städte und Regionen übertragen werden können.
Stuttgart
Kessellage im warmen Süden
Stuttgart zählt aufgrund seiner topografischen Lage zu den klimatisch besonders herausfordernden Städten Deutschlands. Die Kessellage erschwert den Luftaustausch und kann während Hitzeperioden zu einer zusätzlichen Belastung für die etwa 640.000 Einwohner:innen führen.
Korbach
Historische Altstadt mittlerer Größe
Korbach ergänzt die Untersuchungen als kleinere Stadt mit etwa 25.000 Einwohner:innen in einer vergleichsweise waldreichen und klimatisch anderen Region. Dadurch können Unterschiede zwischen Großstadt- und Mittelstadtstrukturen sichtbar gemacht werden.
Berlin
Metropole mit starkem Hitzeinseleffekt
Berlin mit ihren 3,9 Mio. Einwohner:innen bietet als größte Pilotstadt ideale Voraussetzungen für die Analyse städtischer Hitzephänomene. Dicht bebaute Quartiere, versiegelte Flächen und eine ausgeprägte Wärmeinselwirkung führen zu hohen sommerlichen Belastungen.
Urbane Energiesimulation für Gebäude und Quartiere
Die energetischen Analysen innerhalb von CoolingMap basieren auf der urbanen Simulationsplattform SimStadt, die an der Hochschule für Technik Stuttgart entwickelt wurde. SimStadt ermöglicht die Analyse großer Gebäudebestände und unterstützt die Untersuchung energetischer Fragestellungen auf Gebäude-, Quartiers- und Stadtebene.
Im Rahmen von CoolingMap wird SimStadt um neue Funktionen erweitert, um thermische Kühlbedarfe und zukünftige Klimaszenarien detailliert abbilden zu können.
Neben dem heutigen Zustand lassen sich damit auch unterschiedliche Entwicklungspfade untersuchen – beispielsweise der Einfluss von Stadtgrün, energetischen Sanierungen oder Photovoltaik.
Du verlässt die CoolingMap Webseite und wirst hier direkt auf die Seite der SimStadt Dokumentation geleitet.
Digitales Werkzeug zur gebäudescharfen Wärmeplanung für die Öffentlichkeit
CoolingMap knüpft an die im Forschungsprojekt EnergyMap Berlin entwickelten Grundlagen an. Im Rahmen des Projekts entstand ein digitales, gebäudescharfes Heizwärmekataster für den Gebäudebestand des Landes Berlin.
Mithilfe KI-gestützter Prognosemodelle werden dort Wärme- und Warmwasserbedarfe auf Gebäudeebene analysiert und räumlich dargestellt. In der EnergyMap Berlin werden zudem verschiedene Klima- und Sanierungsszenarien abgebildet.
Für CoolingMap bildet diese bestehende Infrastruktur eine wichtige Grundlage: Datenmodelle, Softwarearchitektur und methodische Ansätze können übernommen und gezielt um die Dimension des zukünftigen Kältebedarfs erweitert werden.
Statt ausschließlich Wärme zu betrachten, ergänzt CoolingMap die Perspektive um sommerliche Belastungen und Kühlanforderungen.
Du verlässt die CoolingMap Webseite und wirst hier direkt auf die Seite der EnergyMap Berlin geleitet.
Projektförderung
Das Verbundvorhaben “CoolingMap – Erstellung eines gebäudescharfen Katasters zur Analyse und Prognose von Kältebedarfen in beispielhaften städtischen Regionen Deutschlands mittels KI-Bilderkennung, Gebäudemodellierung, neuronaler Netze und Geoinformatik ” (Laufzeit 2026 bis 2029) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit dem Förderkennzeichen 03EN6063A/B/C/D/E/F/G gefördert.
Kontakt
- Projektkoordinator
- Prof. Dr.-Ing. Christoph Nytsch-Geusen
- Universität der Künste Berlin
- Institut für Architektur und Städtebau
- Fachgebiet Versorgungsplanung und Versorgungstechnik (VPT)
Informationen
Das Verbundvorhaben CoolingMap wird vom Projektpartner UdK Berlin koordiniert.
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